Grenzen
Mein Beitrag zur Blog Challenge von Margot Dimi, Das Wortweib
Grenzen
Die Grenze. Es grenzt an, begrenzt, grenzenlos, grenzwertig.
Die deutsche Vokabel „Grenze“ hat laut Duden eine ganz klare, fix definierte Bedeutung.
Egal, in welcher Form, in welchem Zusammenhang man das Wort Grenze einsetzt und verwendet: Die begriffliche Bedeutung ändert sich nicht.
Dennoch, explizit bei „Grenze“ als Adjektiv oder Partizip (siehe eingangs genannte), gibt es ganz unterschiedliche Konnotationen – die dann die Wahrnehmung des gesamten Kontexts beeinflussen.
„Grenzen“ spielen in meinem Leben seit jeher eine – ich möchte fast sagen – überdimensionale Rolle. Alles, was mein bisheriges Leben ausmacht, hat mit „Grenzen“ zu tun.
Man überschritt Grenzen, man nahm Grenzen weg. Man trampelte auf ihnen herum, man trampelte auf mir herum – beginnend im Kleinkindalter, als ich gerade die ersten Schritte machte.
Sie kam mir so nah. Sie riss jede Grenze nieder, und ich war ihrer Macht und ihrer grausamen Willkür schutzlos ausgeliefert. So lange, bis sie es geschafft hatte, bis sie mich gebrochen hatte – mich, das Kind, die Jugendliche –, sodass ich meine Persönlichkeit gar nicht weiterentwickeln konnte, sodass nur ein kleines Fitzelchen von mir übrig blieb.
Aber dieses kleine Fitzelchen war zäh und schlug sich durch, über mehrere Jahrzehnte hinweg. Ich holte mir alles zurück.
Ich habe mir meine Grenzen zurückgeholt, und ich bewache sie wie ein Höllenhund.
Manches Mal erscheint es mir selbst übertrieben, doch ich habe keine andere Wahl.
Nun, da es mir endlich gelungen war, meine Grenzen in jahrzehntelanger, unerschütterlicher Zuversicht und unermüdlichem Bestreben (welches man auch als „Kampf“ bezeichnen kann) neu zu errichten und sie gleichsam so sehr zu schützen lernte – geht es mir gut. Sehr gut sogar.
Ich fühle mich sicher, kann endlich ohne Angst frei denken und handeln. Ich liebe und lebe ein durch und durch erfülltes, selbstbestimmtes und wunderschönes Leben – in tiefer Dankbarkeit und mit mir selbst im Reinen.
Solange, …wie es mir gelingt, meine Grenzen zu sichern…
Sobald sie wieder jemand – unerlaubt – überschreitet und unkontrolliert in mein Leben einfällt, gerät alles außer Kontrolle.
Es wird unübersichtlich und ich gerate abermals in existenzielle Gefahr.
Ich habe viel gelernt.
Ich habe gelernt:
Grenzen beschränken nicht – Grenzen garantieren Freiheit.
Ohne Grenze – keine Freiheit.
Gerburgis Decking
Mein Beitrag für die Blog Challenge von Margot Dimi, Das Wortweib:

